Ökostrom fürs Elektroauto: Wie grüner Strom sichergestellt werden kann

Ökostrom für Elektroauto-Ladestationen

Nachhaltigkeit
von Plug'n Roll 20.08.2019
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62 Prozent des Stroms aus Schweizer Steckdosen stammen bereits heute aus erneuerbaren Quellen, also aus Wasser,- Wind- und Sonnenenergie. In Zukunft soll dieser Anteil laufend erhöht werden – auch bei den Ladestationen für Elektroautos. Und mehr als das: Es gilt, den sogenannten Ökostrom zu steigern, der sich durch seine Förderkomponente auszeichnet, die den Ausbau regenerativer Kraftwerke fördert. Wir zeigen, an welchen Gütesiegeln Sie sich orientieren und wie Sie eine ökologische Stromversorgung für Ihre Ladestation sicherstellen können – damit Sie mit Ihrem Elektrofahrzeug in Zukunft noch nachhaltiger unterwegs sind.

Konventionell hergestellter Strom aus Kohle, Erdöl oder Erdgas gerät zunehmend in Verruf und im Zuge der aktuellen Klimadebatte werden uns die weitreichenden Folgen auf unsere Umwelt stetig vor Augen geführt. Entsprechend werden die Forderungen nach erneuerbaren Energiequellen immer lauter.

Ökostrom fördert den Ausbau regenerativer Energiequellen
Erneuerbare Energiequellen stehen unbegrenzt zur Verfügung und es lässt sich ein Vielfaches von unserem tatsächlichen Stromverbrauch mithilfe unerschöpflicher Ressourcen wie Wind, Sonne, Erdwärme und Wasserkraft erzeugen. Ökostrom geht noch einen Schritt weiter: Er ist voll und ganz nachhaltig und zeichnet sich dadurch aus, dass er neben der erneuerbaren Energiequelle eine Förderkomponente enthält, die dem Ausbau von regenerativen Kraftwerken dient. Bei der Produktion von Ökostrom wird besonders auf die Natur, also auf die in der Umgebung lebenden Pflanzen und Tiere, Rücksicht genommen. Das ist gerade deshalb wichtig, weil die immer stärkere Nutzung von erneuerbaren Quellen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen und somit auf die Artenvielfalt hat. Dies ist bei regulären und nicht zertifizierten Kraftwerken nämlich nicht immer der Fall.

Elektroautos sind die Zukunft – aber nur mit Ökostrom
E-Mobility ist die Mobilität der Zukunft und Elektroautos können wesentlich zu einer besseren Energiebilanz beitragen. Sie sind aber nur dann wirklich ökologisch, wenn der Strom aus nachhaltigen Energiequellen stammt. Heute liefern in der Schweiz bereits über die Hälfte der Ladestationen erneuerbare Energie und Ziel ist es, dieses Angebot laufend auszubauen.

PLUG’N ROLL betreibt alle öffentlich zugänglichen Ladestationen ausschliesslich mit naturemade star-zertifiziertem Ökostrom. Das Label garantiert Strom aus 100 Prozent ökologischer und umweltschonender Produktion und ist in der Schweiz ein guter Wegweiser für hohe Qualität des Ökostroms. Es garantiert, dass die Produktion des Stroms aus erneuerbaren bzw. umweltfreundlichen Energien stammt. Zudem erfüllen naturemade star-Kraftwerke strenge Umweltauflagen, um eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Pflanzen und Tiere rund um das Kraftwerk bei der Stromproduktion sicherzustellen.

Dieses Gütesiegel naturemade star des Vereins für umweltgerechte Energie (VUE) gilt als strengstes Gütesiegel Europas. Es wird einzig Produktionsanlagen verschrieben, die eine umfassende Prüfung bestanden haben. Die Glaubwürdigkeit der Zertifizierung wird nebst weiteren unabhängigen Trägern von WWF Schweiz und Pro Natura garantiert. Nebst naturemade ist auf dem Schweizer Strommarkt das Gütesiegel des deutschen TÜV am meisten verbreitet.

Mit der Ökostrom-Vignette einen Beitrag zur Energiewende leisten
Für Elektroautofahrerinnen und Elektroautofahrer, die kompromisslos grün unterwegs sein möchten, eignet sich die Ökostrom-Vignette. Unabhängig davon, von wo der Strom fürs E-Auto bezogen wird, deckt die Vignette den gewünschten Verbrauch ebenfalls mit naturemade star-zertifiziertem Ökostrom. Er wird zwar nicht physisch zur jeweiligen Ladestelle geliefert, dafür wird aber die gleiche Menge aus erneuerbarer Energie produziert und ins Stromnetz eingespeist. So leisten Besitzerinnen und Besitzer der Ökostrom-Vignette einen Beitrag zur Energiewende und helfen, die sensiblen Lebensräume rund um die Kraftwerke zu schützen.

Schweizer Strommix stammt zu rund 62 Prozent aus erneuerbaren Energien
Wie viel Strom aus erneuerbaren Energien in den eigenen Haushaltsverbrauch fliesst, kann üblicherweise beim Stromanbieter überprüft werden. Mit der Stromkennzeichnung machen die Versorger die Zusammensetzung ihres gelieferten Strommixes sichtbar. Der Anteil an erneuerbarer Energie macht durchschnittlich rund 62 Prozent des Schweizer Strommixes aus. Wer eine hundertprozentige Versorgung aus erneuerbaren Energien oder sogar Ökostrom im Haushalt sicherstellen möchte, kann sich beim Stromlieferanten nach einem Ökostromprodukt erkundigen. Die meisten Lieferanten bieten den Verbrauchern die Möglichkeit, gegen einen kleinen Aufpreis zwischen 1.5 bis 50 Rp./kWh ein Ökostromprodukt zu beziehen. So können Sie auch Ihre eigene Ladestation fürs Elektroauto mit Ökostrom versorgen.

Strommix der Schweiz
Quelle: BFE

Energiestrategie 2050: Wasserkraft, Solar- und Windenergie sollen gefördert werden
Mit der Energiestrategie 2050 wurde entschieden, dass alle fünf Schweizer Kernkraftwerke am Ende ihrer Betriebsdauer stillgelegt werden sollen. Die einheimischen erneuerbaren Energien gilt es entsprechend zu stärken, um die Versorgungslücke zu füllen.

Wasserkraft ist die wichtigste Art der Stromproduktion in der Schweiz: 658 Wasserkraftwerke mit einer Leistung von mindestens 300 kW machen zusammen ca. 57 Prozent der inländischen Stromproduktion aus. Das sind pro Jahr durchschnittlich 36’500 Gigawattstunden. Die Schweizer Wasserkraftwerke setzen sich zu 48,5 Prozent aus Laufwasserkraftwerken, zu 47,2 Prozent aus Speicherkraftwerken und zu rund 4,3 Prozent aus Pumpspeicherkraftwerken zusammen.

Wasserkraft ist die wichtigste Art der Stromproduktion in der Schweiz

Solarstrom soll bis 2050 einen Fünftel des Stromverbrauchs abdecken
Grosses Potenzial steckt in der Solarenergie und das obwohl sie heute erst ungefähr 2,3 Prozent des gesamtschweizerisch verbrauchten Stroms ausmacht. Weltweit wurde jedoch bereits im Jahr 2007 mehr elektrische Leistung aus Solaranlagen gewonnen wie aus Kernkraftwerken. Diese Leistung hat sich seither um ein Sechzigfaches erhöht. Mit dem neuen Energiegesetz, das 2017 angenommen wurde, erhielt die Solarenergie in der Schweiz eine neue Stellung. Solarstrom soll bis 2050 ein Fünftel des heutigen Schweizer Stromverbrauchs abdecken.

Auch die Erzeugung von Windkraft soll ausgebaut werden: 2015 wurde genügend Windenergie hergestellt, um 28’000 Haushalte zu versorgen. Das entspricht 100 Gigawattstunden. Bis 2020 soll sich dies um das Sechsfache erhöhen und bis 2050 sogar um das Vierzigfache. Die sogenannten Windparks sollen vor allem in den Alpengebieten und im westlichen Mittelland ausgebaut werden, aber durch verschiedene Einsprachen werden deren Realisierungen häufig verlangsamt.

Wenn auch Sie unsere grüne Zukunft fördern möchten, steigen Sie noch heute auf Ökostrom um – sowohl im Haushalt als auch beim Aufladen Ihres Elektroautos.

Die zwei verbreitetsten Gütesiegel für die Zertifizierung von Schweizer Ökostrom im Überblick:

naturemade (basic / star)
naturemade ist ein Zertifikat für Energie aus vollständig erneuerbaren Quellen

• Zertifikat für Energie aus vollständig erneuerbaren Quellen
• Unterstützung durch das Schweizerische Konsumentenforum, WWF und pro natura
• Zwei Gütesiegel:
o naturemade basic: erneuerbarer Strom vor allem aus Grosswasserkraftwerken
o naturemade star: ökologische Stromproduktion mit besonders strengen umweltschonenden Vorschriften
• Jährliche Überprüfung des zertifizierten Stroms
• Weitere Informationen: https://www.naturemade.ch/de/

 

TÜV
TÜV SÜD ist ein Zertifikat für Handel mit erneuerbaren Energien

• Zertifikat für Handel mit erneuerbaren Energien – von der Erzeugung bis zur Lieferung
• Zwei Standards:
o EEO1: Mindestens 30% der Liefermenge aus neuen Kraftwerken (alternativ Fondsabgabe zum Bau von neuen Anlagen oder Technologiemix).
o EEO2: Zeitgleichheit (Der liefernde Kraftwerkspool produziert zu jeder Viertelstunde mindestens so viel Strom, wie die Endkunden zur gleichen Zeit verbrauchen)
• Optional kann auch nur die Regionalität zertifiziert werden
• Weitere Informationen: https://www.tuev-sued.de/home_de

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