Mit Elektromobilität gegen die Veränderung des Klimas

Klimawandel: Was wir dagegen tun können

Nachhaltigkeit
von Stefan Buesser 20.12.2018
Teilen

Die Forscher sind sich seit Jahren weltweit einig: Die erhöhte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre trägt massgeblich zum globalen Klimawandel bei. 63 Prozent der Klimaerwärmung ist auf den CO2-Ausstoss zurückzuführen, der von uns Menschen verursacht wird und für die starke Luftverschmutzung verantwortlich ist. Dementsprechend warnen Klimaforscher bei kontinuierlichem Temperaturanstieg vor gefährlichen Veränderungen unserer Umwelt. Es ist deshalb höchste Zeit, dass wir sowohl global als auch jeder einzelne von uns gegen die Veränderungen des Klimas vorgehen.

Seit dem 19. Jahrhundert wurden auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis – deutlich höhere Temperaturen registriert, wobei sich die nördliche Hemisphäre im Vergleich zum Süden doppelt so stark erwärmte. Mit Beginn der Industrialisierung nahmen die Treibhausgase (Kohlendioxid, Methan, Lachgas und Halogenkohlenwasserstoff) in der Atmosphäre stark zu, wobei parallel dazu die Atmosphäre stetig wärmer wurde.

Starker Regen und Stürme bei uns, Trockenheit und Dürre im Süden
Steigt die durchschnittliche Temperatur im Vergleich zu jener der vorindustriellen Zeit um weitere zwei Grad Celsius, rechnen Wissenschaftler global mit gefährlichen Auswirkungen für Natur und Mensch. Obwohl die Folgen der globalen Erwärmung regional sehr unterschiedlich sind, trifft der Klimawandel Inselstaaten und Länder in der Nähe des Äquators am schwersten. Während in Nordeuropa vermehrt mit starkem Regen und Stürmen gerechnet wird, leiden das Mittelmeer, die Sahel-Zone, Südafrika und Südasien künftig unter Wetterextremen wie Trockenheit und Dürre. Mit dem bis 2050 erwarteten Anstieg des Meeresspiegels um durchschnittlich 20 Zentimeter werden rund 90 Prozent aller Küstenregionen von Überschwemmungen betroffen sein. Die steigende Luftverschmutzung wirkt sich zudem negativ auf die Gesundheit der globalen Bevölkerung aus.

50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten werden verschwinden
Solche Veränderungen bedrohen nicht nur den Lebensraum von Menschen, sie betreffen auch Flora und Fauna stark. Die zunehmende Erwärmung der Erde führt zu einem dramatischen Rückgang der Artenvielfalt: Wenn nichts gegen Treibhauseffekte unternommen wird, gehen führende Wissenschaftler davon, dass bis zu 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten mittelfristig dem Klimawandel zum Opfer fallen werden.

In der Schweiz gehören einerseits extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Trockenperioden oder Starkniederschläge zu den grössten Auswirkungen des Klimawandels. Andererseits sind schleichende, teils irreversible Veränderungen der Landschaften und Ökosysteme wie das Schmelzen der Gletscher oder Veränderungen der Biodiversität, der Wasserqualität, der Nahrungsmittelvielfalt und der Auswirkungen durch Schädlinge und Krankheiten verheerende Folgen davon.


Erwärmung des Klimas aufgrund des menschlichen Einflusses
Global führende Klimaforscher sind sich einig, dass menschliches Handeln die Hauptursache für den Anstieg von Treibhausgasen und somit für die globale Erwärmung des Klimas darstellt. Solche sogenannte anthropogenen Treibhauseffekte werden sowohl durch die Nutzung fossiler Brennstoffe – beispielsweise beim Benzin von Autos, als auch durch Entwaldung, den Ausbau der Viehzucht, die Verwendung stickstoffhaltigen Düngers und fluorierte Gase verursacht, wodurch das Klima und die Temperatur auf unserer Erde massgeblich beeinträchtigt wird. Die erhöhte Menge der in der Atmosphäre vorkommenden Treibhausgase verstärken den Treibhauseffekt und damit die Erwärmung des Klimas enorm.
Diese Tatsache bestätigt auch das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in ihrer Kernbotschaft des 5. Sachstandsberichts des Weltklimarates: „Der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem ist klar und die jüngsten anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen sind die höchsten in der Geschichte. Die jüngsten Klimaänderungen hatten weit verbreitete Folgen für natürliche Systeme und solche des Menschen“. So schrieben auch Forscher um John Cook von der australischen University of Queensland im Fachblatt „Environmental Research Letters“: „Wissenschaftler stimmen mit überwältigender Mehrheit darin überein, dass sich die Erde aufgrund des menschlichen Einflusses erwärmt.“

Entwicklung der globalen Oberflächentemperatur bis 2020

Elektroautos brauchen bis zu 80 Prozent weniger Treibhausgase
Mit einem CO2-Ausstoss von 4.7 Tonnen pro Kopf (durch Importgüter im Ausland verursachte Emissionen wurden nicht mitgerechnet), entfällt mit 32 Prozent der grösste Teil aller Emissionen in der Schweiz auf den Verkehr. Der ökologische Fussabdruck jeder Person ist massgebend dafür. Umweltfreundliches Reisen, das Befolgen von Energiespartipps für den Haushalt und das Überdenken des eigenen Konsumverhaltens tragen positiv zum Klimaschutz bei.

Die Elektromobilität, welche sich Strom aus erneuerbaren Energien zunutze macht, stellt eine vielversprechende Massnahme zur Bekämpfung des Klimawandels dar. Durch die Elektrifizierung möglichst vieler Verkehrsteilnehmer kann eine schrittweise Unabhängigkeit von Ölimporten in diesem Sektor vollzogen werden. Da sich Elektromotoren im Vergleich zu Verbrennungsmotoren durch eine drei bis vier Mal höhere Energieeffizienz auszeichnen, sinkt der Energieverbrauch von Elektroautos stark. Wird der Energiebedarf zusätzlich durch erneuerbare Energien wie Wind, Wasser, Biomasse oder Sonne gedeckt, ist das Elektroauto wesentlich umweltfreundlicher als herkömmliche Fahrzeuge. Auch der Strom, der die PLUG’N ROLL-Ladestationen speist, ist zu 100 Prozent erneuerbar und wird auf ökologische Art und Weise in der Schweiz gewonnen. Aus diesem Grund ist er mit dem Gütesiegel «naturemade» zertifiziert. E-Autos verursachen entsprechend je nach Energiequelle bis zu 80 Prozent weniger Treibhausgase (CO2) und produzieren insgesamt weniger Schadstoffemissionen wie Feinstaub, CO, Nox und SO2. Elektromotoren sind zudem sehr leise und verursachen deutlich weniger Lärm. Eine rasche Elektrifizierung der Mobilität führt somit zur Reduktion der Nutzung fossiler Energieträger im Verkehrssektor, was sich wiederum positiv auf einen reduzierten Ausstoss von Treibhausgasen wie Kohlendioxid auswirkt.

Alternativen für Lithium-Ionen-Akkus werden entwickelt
Angeprangert werden einzig die Lithium-Ionen-Akkus von Elektroautos, da für deren Herstellung viele Rohstoffe benötigt werden und der Abbau dieser Akkus die Umwelt belasten soll. Eine Alternative ist jedoch in Sichtweite: Unter anderem arbeitet das US-amerikanische Unternehmen EnZinc an einer speziellen Nickel-Zink-Batterie. Einerseits ist Zink noch reichlich als Rohstoff vorhanden und es kann leichter wiederverwertet werden.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft zudem die Produktion von Elektroautos, da diese Energie verbraucht und deshalb mit einem CO2-Ausstoss verbunden ist. Dank der geringeren Emissionen im Betrieb von Elektrofahrzeugen – sauberer Strom vorausgesetzt – können die entstandenen Treibhausgasemissionen jedoch bereits nach rund 30’000 Kilometer Fahrt kompensiert werden.

Mit der Elektromobilität kann der globalen Erwärmung also ein gewisser Einhalt geboten werden, was wiederum zu einer sinkenden Luftverschmutzung beiträgt.

Bis 2040 komplett aus der fossilen Wirtschaft aussteigen
Auch Deutsche Klimaforscher wie Prof. Dr. Joachim Curtius äussern sich zum Beitrag von Elektroautos zur Erlangung der gesteckten Klimaziele wie folgt: „Wir haben die Technik dafür. Wir können Strom regenerativ erzeugen, Elektromobilität fördern. Es ist teuer, aber machbar.“ Hans Joachim Schellnhuber fügt hinzu: „Ich bin sicher, dass wir die Elektromobilität in zehn Jahren auf die meisten Strassen bringen könnten. (…) Wir in den Industrieländern könnten bis 2040 komplett aus der fossilen Wirtschaft aussteigen. (…) Wir setzen immer noch auf eine sich erschöpfende, klimaschädliche Energiequelle, dabei haben wir eine unerschöpfliche, klimafreundliche, nämlich die Sonne.“

Gelingt es Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, den im Klimaabkommen von Paris festgehaltenen weltweiten Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius einzuhalten? Es bleibt zu hoffen, denn so könnten die Auswirkungen des Klimawandels und die damit verbundenen negativen Folgen für Mensch und Natur stark vermindert werden. Es fängt bei jedem von uns an, einen wichtigen Schritt in diese Richtung zu unternehmen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.